27. November 2009
09:45 - 10:45
Kamingespräch
Reformbilanz - Kamingespräch mit Prof. Peter Hartz
"Viertes Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" ist kein Begriff, der viel Aufmerksamkeit erregt. "Hartz IV" hingegen, das Wort des Jahres 2004, wühlt bis heute auf, kann Bierzelte, Demonstrationszüge und Parteitage in Rage bringen.
Dass politische Großprojekte, die viele Mütter und Väter haben, vereinfacht nach Federführenden benannt werden, ist nicht ungewöhnlich. Doch wohl kaum in der bundesdeutschen Geschichte liegen Glanz und Scheitern so eng beieinander wie im Fall Peter Hartz. Der ehemalige Personalvorstand von VW war der spiritus rector der ambitionierten Arbeitsmarktreformen Gerhard Schröders. Schon das machte ihn in den Augen vieler politischer Gegner zur Unperson.
Doch diese Anfeindungen oder der Umstand, dass nicht zuletzt der Anti-Hartz-IV-Protest Bundeskanzler Schröder das Amt kostete, erklären das Phänomen Hartz nicht ausreichend.
Nach langem Schweigen stellt sich Peter Hartz beim Politikkongress den Fragen des Handelsblatt-Redakteurs Daniel Goffart, reflektiert seine eigene Rolle als Reformpatron, dessen Arbeitsmarktreformen womöglich dazu beigetragen haben, Deutschland vergleichsweise erfolgreich durch die Wirtschaftskrise zu manövrieren, aber auch als Feindbild und persona non grata. Gemeinsam zeichnen die beiden Gesprächspartner einen einzigartigen Fall politischer Kommunikation von historischer Tragweite und die Geschichte eines Politikberaters nach, dessen Name längst im Duden steht.























